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600 Leben – gemeinsam Suizide verhindern

By BERLIN LOVES YOU . September 9, 2015

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Es stehen hunderte Menschen vor dem Brandenburger Tor. Auf ein Signal lassen sie sich zu Boden fallen. Sie symbolisieren die Menschen, die sich jedes Jahr in Deutschland das Leben nehmen. 600 davon sind Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Insgesamt sterben jährlich 10.000 Menschen durch Suizid. Am 10. September um 13 Uhr, zum Welttag der Suizidprävention, findet die Aktion vor dem Brandenburger Tor statt (Aktion 600 Leben).

Letztes Jahr seien die Reaktionen überwältigend gut gewesen, sagt Patrick Liebl vom Verein „Freunde fürs Leben“ (Freunde fürs Leben). Die Aktion findet bereits zum zweiten Mal statt. 2014 wurden Passanten gebeten, den Menschen am Boden aufzuhelfen. Dieses Jahr sind Verantwortliche aus Politik und Gesundheitswesen gefragt – sie sollen den Menschen die Hand reichen und so ein Symbol für die Suizidprävention setzen. Der Verein „Freunde fürs Leben e.V.“ organisiert gemeinsam mit anderen Hilfsorganisationen die Aktion. Mitmachen kann jede und jeder.

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„Wir haben zum Welttag der Suizidprävention einen Weg gesucht, die Menge an jungen Menschen zu symbolisieren, die wie jedes Jahr durch Suizid verlieren, nämlich 600“, sagt Patrick Liebl. Der Verein fordert eine Aufklärungskampagne zu den Themen Depression und Suizid von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung – nach wie vor gehört die Aufklärungsarbeit nicht zu ihren Aufgaben. Das möchten die „Freunde fürs Leben“ ändern. „Noch immer wissen noch viel zu wenige Menschen, was genau eine Depression ist, wo man sich professionelle Hilfe holen kann und wie jeder dazu beitragen kann, Suizide zu verhindern“, sagt Patrick Liebl.

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Die Zahl 600 steht für Kinder, Freunde und Geschwister. Um diese Tode zu verhindern, sei mehr Aufklärungsarbeit erforderlich, so der Verein. Familie und Freunde fühlen sich oft schuldig, wenn sich jemand das Leben nimmt. „Äußert jemand Suizidgedanken, muss man das auf jeden Fall ernst nehmen und mit der Person offen darüber sprechen“, so Patrick. Aber: Freunde und Angehörige können professionelle Hilfe nicht ersetzen. „Der Hausarzt ist der erste Ansprechpartner. Besteht jedoch akute Suizidgefahr, muss unbedingt die Polizei verständigt werden“, erklärt Patrick.

Falls ihr unter Depressionen oder Suizidgedanken leidet, könnt ihr euch hier informieren. Wenn ihr euch in einer akuten Notsituation befinden könnt ihr euch an die TelefonSeelsorge Berlin unter der Nummer 0800 – 1110111 oder 0800 – 1110222 wenden.

Hier könnt ihr euch für die Aktion anmelden: 600 Leben

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