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Eine Gruppe ehemaliger Werber möchte ein Haus bauen. Und nebenbei eine Gemeinschaft schaffen, die Transparenz, Unabhängigkeit und Freiheit fordert.

Jede Massivholzplatte im Baumarkt hat eine festgelegte Größe: 1,25 m x 2,50 m. Das entspricht 3,125 m². So groß ist der Grundbaustein des Tiny House von „Wieder Wild“, einer Projektgruppe aus Berlin (Wieder Wild). Das Tiny House besteht aus einzelnen Modulen, die nach dem Baukastenprinzip nebeneinander – oder sogar aufeinandergestapelt werden können.

Wieder Wild sketch Tiny House

Die Gründer*innen des Projektes heißen Hendrik und Carlotta. Eigentlich kamen sie aus der Werbeindustrie, dort lernten sie sich kennen, wurden ein Paar und gingen reisen. Als sie wiederkamen war Hendriks Wohnung zu groß für sie geworden. „Alles war überflüssig, die Welt ist doch viel größer als das. Wir müssen uns überlegen, ob es nicht einfach wieder kleiner werden darf“, sagt Hendrik. Momentan lebt er mit Carlotta und dem gemeinsamen Sohn auf 35 m², in einer Einzimmerwohnung. „Ich hatte den hohen Lebensstandard schon. Ich habe mich bewusst dagegen entschieden. Die Nähe zur Natur fehlt noch“, sagt er.

Tiny House Berlin sketch

Auf seiner Suche nach einem Konzept, dass sich mit seinen Wertvorstellungen vereinbaren ließ, stieß er auf das Tiny House. Ursprünglich kommt die Idee aus der USA, nach der Finanzkrise 2008 sei dort ein regelrechter Trend entstanden: kleine Häuser auf Rädern wurden gefragter und die bis dato sehr kleine Tiny House Gemeinschaft wuchs. Das kleine Haus überzeugte Hendrik. „Durch ein Haus verliert man Flexibilität. Durch ein kleines Haus bleibt man flexibler. Mehr Menschen können sich ein kleines Haus leisten.“, sagt Hendrik. Pro Quadratmeter kostet das Tiny House in der günstigen Variante etwa 300 Euro. Welche Materialien zum Bau und zum Dämmen genutzt werden ist eine individuelle Entscheidung.

„Man braucht kein Fundament, ein formloser Antrag genügt um Grundstücke zu bebauen oder um ein Zwischennutzungskonzept vorzulegen. Auf vielen dieser kleinen Flächen könnte man sonst gar nicht bauen“, sagt Carsten, der Design – und Marketingexperte von „Wieder Wild“. „Von Anglerhütte bis Lebensmittelpunkt kann das Tiny House alles darstellen.“ Auch Carsten kann sich gut vorstellen, in einem Tiny House zu leben. „Ein Haus zu bauen, wie es unsere Eltern getan haben, bedeutet sich festzulegen. Man geht eine Bindung ein, die gar nicht mehr notwendig ist“, sagt er.

Langfristig möchte Hendrik eine Art „Eco Village“ gründen, eine Gemeinschaft von energieautarken Häusern. „Je weniger ich für Wohnen und Energie ausgebe, desto freier bin ich, weil ich weniger arbeiten muss“, sagt er.

Die „Wieder Wilden“ möchten Transparenz schaffen, in einer Welt die vielen immer komplizierter erscheint. „Man kann nicht alles verstehen, aber es ist der Versuch an einen Punkt zu kommen, an dem man die Dinge wieder überblicken kann“, sagt Carsten. Gerade arbeitet er an einem Konzept ein Hotel aus Tiny Houses auf Brachflächen in urbanen Gegenden zu bauen. Hotelgäste könnten in den kleinen Häusern „probewohnen“, nachhaltig wohnen auf Zeit, sozusagen.

Tiny Haus House Projekt Berlin

Durch eine Crowdfunding-Kampagne will „Wieder Wild“ das Haus in den Prinzessinnengärten finanzieren – und dann die Blaupause zum nachbauen, verbessern und erweitern veröffentlichen (Start Next – Wieder Wild). Der Prinzessinnengarten war eine Brachfläche zwischen Prinzenstraße und Oranienstraße in Berlin. 2009 wurde sie zu einer urbanen Nutzfläche umgewandelt. Der erste Prototyp des Tiny House soll dort entstehen. Für das erste Tiny House nutzen die „Wieder Wilden“ die Materialmafia des Prinzessinnengartens, die unter anderem Holz recyceln. Auch die Försterei Grunewald stellt viel Baumaterial zur Verfügung.

Flexibilität, Unabhängigkeit und eine ausgeglichene Work-Life-Balance sollen in der Idee des Tiny House vereint werden. Und dabei die Welt ein Stückchen besser machen.

Hier findet ihr die Links zur Homepage und zur Crowdfunding-Kampagne:

Homepage: Wieder Wild

Crowdfunding: Start Next – Wieder Wild

 

 

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